Grüner Star (Glaukom)

Was ist eigentlich der Grüne Star und wie kann er wirksam behandelt werden?

Was ist ein Grüner Star?

Beim Grünen Star (med. Glaukom) handelt es sich genau genommen um eine Gruppe von Augenerkrankungen, welche oftmals mit einem erhöhten Augeninnendruck einhergehen und unbehandelt zur Erblindung führen können. Alle Glaukom-Erkrankungen haben eine fortschreitende Schädigung des Sehnervs und den damit zunehmenden Sehverlust zur Folge.

Das heimtückische am Grünen Star ist sein schleichender und schmerzfreier Verlauf. Betroffene bemerken die dadurch entstehenden Schädigungen oftmals erst in einem fortgeschrittenen Stadium. In Deutschland ist der Grüne Star die dritthäufigste Erblindungsursache (neben diabetischer Retinopathie und Makuladegeneration)!

Die Ursachen des Grünen Stars

Lange Zeit ging man davon aus, dass ein zu hoher Augeninnendruck die alleinige Ursache des Grünen Stars ist. Zwar gilt ein erhöhter Augendruck nach wie vor als einer der wichtigsten Risikofaktoren, doch kann eine richtige Diagnosestellung nur durch die zusätzliche Beurteilung des Sehnerven erfolgen.

Untersuchungen haben auch ergeben, dass die Zahl der Betroffenen in der zweiten Lebenshälfte auf bis zu 5 bis 10 % jenseits des 65. Lebensjahres rapide ansteigt.

Die Behandlung des Grünen Stars

Ziel jeder Glaukomtherapie ist es, den Sehnerv zu schützen und das Gesichtsfeld zu erhalten. Nach wie vor ist der erhöhte Augeninnendruck der wohl größte Risikofaktor bei der Entstehung und dem Fortschreiten des Glaukoms. Auch wenn die Bedeutung des Augeninnendrucks noch nicht für alle Formen des Grünen Stars abschließend geklärt ist, so ist die Druckabsenkung eine allseits anerkannte Behandlungsmaßnahme.

Mittels druckabsenkender Augentropfen wird in das Kammerwassersystem eingegriffen und der Kammerwasserzufluss und -abfluss beeinflusst. Der Therapieerfolg ist dabei in besonderem Maße von der Therapietreue und der genauen Einhaltung der verordneten Medikationsvorgaben abhängig. Dies gilt umso mehr für sog. Kombinationstherapien, bei welchen unterschiedliche Augentropfen in Kombination individuell angepasst getropft werden müssen. Wichtig ist dabei auch die regelmäßige Kontrolle der Wirksamkeit und eine evtl. Anpassung der Medikation.

Die Selektive Laser Trabekuloplastik, kurz SLT genannt, ist eine einfache aber sehr wirksame Laserbehandlung, die den Augeninnendruck deutlich verringern kann. Die gewebeschonende Behandlung wird in der Augenarztpraxis durchgeführt und dauert im Normalfall nur wenige Minuten. Durch die sehr geringe Laserleistung werden keine thermischen Effekte in den Gewebestrukturen erzeugt, wodurch diese sanfte Behandlung bei Bedarf auch wiederholt werden kann.

Die SLT Behandlung ist möglich, wenn ...

  • ... Sie ein Offenwinkelglaukom, ein Pseudoexfoliationsglaukom oder ein Pigmentdispersionsglaukom haben.
  • ... die bisher verschriebenen Glaukom-Medikamente nicht vertragen oder Schwierigkeiten haben, diese zu verabreichen.
  • ... bereits Glaukom-Tropfen anwenden und der Arzt Ihnen die SLT in Kombination empfiehlt.

Erfahren Sie hier weitere Details zur Selektiven Lasertrabekuloplastik

Es gibt zwei operative Behandlungsmöglichkeiten:

iStent inject TM ist das derzeit kleinste Implantat, welches beim Menschen eingesetzt wird. Die winzigen Stents (Mikroimplantate) werden an der Hauptstelle der Abflussstörung im Auge eingesetzt und ermöglichen dadurch den Abfluss des Kammerwassers. Eine internationale Studie bestätigt, dass über 70 % der Patienten, die mit einem iStent inject versorgt wurden, auch noch nach 12 Monaten keine Glaukom-Medikamente mehr benötigten.

Erfahren Sie hier weitere Details zur iStent inject

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